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Neuer Sonderforschungsbereich in Mathematik zur Erforschung des Zufalls

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat am 24. Mai 2017 einen Sonderforschungsbereiches (SFB) unter dem Namen „Unsicherheit beherrschen und Zufall sowie Unordnung nutzen in Analysis, Stochastik und deren Anwendungen“ bewilligt. Hierbei sollen Konzepte und Theorien zum Umgang mit „gutem“ und „schlechtem“ Zufall entwickelt werden.

Der Sonderforschungsbereich ist interdisziplinär ausgerichtet und beeinhaltet 17 Teilprojekte. Diese sind an der Fakultät für Mathematik, wie auch an der Fakultät für Physik, dem Institut für Mathematische Wirtschaftsforschung und der Technischen Fakultät der Universität Bielefeld angesiedelt. In diesem Rahmen werden 13 Promotionsstellen und 13 Postdoc-Stellen gefördert.



Quelle: YouTube

„Der SFB möchte auf der einen Seite Unsicherheit zähmen und auf der anderen Seite vom Zufall profitieren und ihn sinnvoll nutzen“, erklärt der Sprecher des Sonderforschungsbereiches und Präsident der Deutschen Mathematiker-Vereinigung Michael Röckner. Es gebe Unsicherheiten jenseits des wahrscheinlichkeitstheoretisch beschreibbaren Zufalls. Diese spielten in der Finanzkrise eine große Rolle, weil Investmentbanken zum Beispiel Ratings fälschlicherweise als exakte Wahrscheinlichkeiten interpretierten. „Ein Ziel des SFB ist es, robuste Methoden für Finanzmärkte zu entwickeln und so Modellunsicherheit zu zähmen“, sagt Röckner.

An anderer Stelle hingegen führe der Zufall zu Chancen: Hinreichend starke stochastische, also vom Zufall bestimmte, Einflüsse haben eine regularisierende Wirkung. Differentialgleichungen, mit deren Hilfe man in der Physik viele Naturgesetze präzise formulieren kann, werden erst durch die Hinzunahme stochastischer Komponenten lösbar.

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