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Aktuelle Diskussion über die Qualität des Mathematikunterrichts

An deutschen Hochschulen ist seit mehr als einer Dekade ein alarmierenden Befund erkennbar: „Wer heute ein MINT-Studium beginnt, hat trotz Hochschulreife selten das dazu nötige mathematische Begriffsverständnis und die mathematischen Fertigkeiten.“

Dies ist einer gemeinsamen Presseinformation (PDF, 183 KB) vom 20.4.2017 der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV), der Gesellschaft für Didaktik der Mathematik (GDM) und des Verbands zur Förderung des MINT-Unterrichts (MNU) zu entnehmen. Die entsprechende gemeinsame Stellungnahme (PDF, 283 KB) von DMV, GDM und MNU wurde von der vor fünf Jahren gegründeten Mathematik-Kommission „Übergang Schule-Hochschule“ erarbeitet.

In der Mathematik-Kommission engagieren sich Vertreter der drei Fachgesellschaften DMV, GDM und MNU.



(Foto: Wolfram Koepf)
Von links nach rechts: Matthias Lippert (DMV), Henning Körner (MNU), Max Hoffmann (MNU),
Prof. Dr. Wolfram Koepf (DMV), Prof. Dr. Jürg Kramer (DMV), Dr. Hubert Langlotz (MNU),
Prof. Dr. Gilbert Greefrath (GDM), Prof. Dr. Christina Drüke-Noe (GDM)

Die Mathematik-Kommission „Übergang Schule-Hochschule“ sieht dringenden Handlungsbedarf in Sekundarstufe I und II, am Übergang Schule-Hochschule sowie in der frühen Hochschullehre und fordert alle Akteure, insbesondere die Kultusadministrationen bundesweit zu folgenden Maßnahmen auf

  • Mehr Zeit für Mathematikunterricht an Schulen.
  • Möglichkeit der Schwerpunktsetzung im MINT-Bereich für Studieninteressierte bieten, zum Beispiel durch Leistungskurse oder Zusatz- und Förderangebote.
  • Nachhaltigkeit des Wissenstransfers von Sekundarstufe I zum Abitur verbessern.
  • Kein Abitur ohne schriftliche Mathematikprüfung.
  • Mehr Verbindlichkeit zwischen den Ländern beim gemeinsamen Prüfungsteil im Zentralabitur.
  • Bildungsstandards der KMK von 2012 konkreter formulieren und verbindlicher in Schulpraxis und Abitur umsetzen.
  • Textaufgaben im Abitur sollen ohne gekünstelten Kontext verständlich formuliert werden.
  • Wissenschaftsbasiertere Lehrplanentwicklung, um die Qualität des Mathematikunterrichts zu sichern und auszubauen. Dazu bringen die Fachgesellschaften ihre Fachkompetenz gerne konstruktiv in verbindliche Kooperationen ein.
  • Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte im Effekt verbessern.
  • Intensivere Unterstützung für Seiteneinsteiger-Lehrkräfte.
  • Kein fachfremder Unterricht.
  • Hochschullehre soll auf die steigende Niveauheterogenität reagieren.

DMV, GDM und MNU werden ihr Expertenwissen für qualitativ hochwertigen Mathematikunterricht in Deutschland auch weiterhin einbringen. Dafür steht die gemeinsame Mathematik-Kommission „Übergang Schule-Hochschule“ der Politik gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Pressekontakte
Mathematik-Kommission „Übergang Schule-Hochschule“
Prof. Dr. Wolfram Koepf, Sprecher der Kommission
0561 804 4207
(mail[at]mathematik.de)
www.mathematik-schule-hochschule.de

Medienbüro DMV
Thomas Vogt und David Vogel
030 838 75657
(th.vogt[at]fu-berlin.de), (david.vogel[at]fu-berlin.de)
www.dmv.mathematik.de

dv/me